[Review] One Year with ZeTime

Here we are, one year with ZeTime. How did the watch hold up after one year of daily use? After my first week and seven months reviews, and with ZeTime2 approaching, here now is the last installment after one year of continuous ZeTime use.

How I use it

I wear my watch daily when I am out, I usually don’t wear it at home and also not while I sleep. But that has always been how I’ve worn watches. I don’t use the heartrate monitor at all, I don’t use it as a fitness tracker (I usually don’t wear a watch while doing sports) and I don’t track my sleep with it. I have only ever paired my ZeTime with an iPhone. I have lots of straps, both from MyKronoz as well as third party straps. My daily straps are third party nylon straps, because I love the fabric but not MK’s design. During the summer I mainly used a MK silicone strap and I have a range of leather and other fancy straps for when I dress up. Switching straps is pretty fast and easy and I like to fit my watch to what I’m wearing.

Hardware

Glass and case a generally pretty well made, I have no scratches anywhere. I do, however, have some problems with sticking buttons and the smart crown now. ZeTime has two buttons and a crown, which has a third button on the tip. You need at least one of the buttons to wake up the watch, unless you’re using the wrist flick (which I don’t use). During using it, basically all functions can be done with the touchscreen, same goes for the crown. You need the button on the crown to activate the night-mode, which I like to use in the dark or in the cinema or something. One of my buttons has it’s pressure point a little deeper in the case, so you need to push a little harder to press it. My crown will get stuck unless I turn it every day, and the button was stuck for a while. When the crown is stuck, I need to turn it very hard to get it moving again, but eventually it does. I have not yet applied WD40 or something, because I don’t know how well the watch will tolerate that, but it is sad that I have to consider this at all within the first year of using it. I know from other users that stuck buttons have been an issue for quite a lot of people, and as far as I know, MK has replaced affected units. I have not done it because it is still working and I don’t want to give up my limited edition case. But again, this should not have happened at all in the first year. The touchscreen has no errors and works like it has on day one. It definitely could be brighter, but I think this will be accomplished with the AMOLED in ZeTime2. The battery likewise is as it has been on day one, I still get more than one week of full function from one charge. I still think this is pretty damn good!

Software

The OS is decent enough for me, it’s responsive and has never frozen or anything. There have been problems about micro-disconnects, which became quite annoying after a while, since the watch was always vibrating when that happened. Some past update solved that. However, I do need to open the companion app at least every other day to keep the connection going, otherwise sometimes the watch loses connection and can only be paired again when I reboot both watch and phone! This also is a little annoying, especially since there is no alert or something, at some point you simply wonder why there are no notifications coming up anymore. And it is a little surprising, since apparently there has been a change in how the watchs syncs with the app. It used to be that you either only manually sync watch and phone, thereby updating the weather information on your watch while simultaneously syncing your activity data to the app, or you activated the always sync function in the app. This is now a little different, as apparently app and watch automatically sync regularly, I think this was done when changes to the weather app were done to keep it more up to date. I am quite happy with the notifications, as I already have strict notification settings on my phone and am completely fine with getting all notifications also on the watch. Unlike the Android app, the iOS app does not allow app-by-app setting for ZeTime but only for certain broader categories, which you cannot edit. The app is OK, and the watchface design function has been widened a little. I still think there could, nay should!, be more functions there.

Bottom line

I like my ZeTime, it has become a valued companion. I still like what attracted me to it in the firstplace, namely being a hybrid watch with classic hands and a traditional look while still having smart functions. Parts of the hardware could be a little better, it could also be thinner and lighter, and the app could offer a little more. Maybe these are all things offered by ZeTime2! Would I recommend ZeTime to anybody? Well, I have, multiple times actually. But I always take the time to explain what one can expect from the watch and what not! Will I have a look at ZeTime2? Definitely.

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Tag 16: Der letzte Morgen

Stürmisch ist er, der letzte Morgen auf Island. Allerdings nichts, was man am Meer nicht schon erlebt hätte. Und soweit wir sehen können auch kein gefährlicher Schneesturm.

Wir sind überzeugt, dass wir die Überfahrt auch problemlos heute morgen hätten machen können. Es kommen auch munter Autos vom Pass herunter. Naja, ist halt so. Insgesamt waren wir in diesem Urlaub auf der vorsichtigen Seite, vermutlich sogar eher auf der übervorsichtigen Seite. Zurückhaltend bei den Furten und nun eben auch bei dem „Schneesturm“. Wir tasten uns da langsam ran.

Und damit geht unser Aufenthalt auf Island dann auch zu Ende. Nun kommen noch drei Tage Fähre und die lange Fahrt von Hirtshals zurück nach Köln. Wir werden dann über 5000km gefahren sein und haben echt einiges erlebt. Es ist schwer zu sagen, was das schönste war. Das Hochland war schonmal eine tolle Erfahrung! Abenteuerliche Fahrten, die schöne Einsamkeit, Hüttenübernachtungen, atemberaubende Landschaft. Und wir haben ja gerade mal an der Oberfläche gekratzt! Heimaey war ebenfalls ein Highlight, so eine schnucklige Insel. Und natürlich alle Erlebnisse mit Tieren, ob nun Puffins oder Pferde. Leute, Island ist ein Traum!

Tag 15: Tölten

Heute ist es soweit, wir reiten endlich auf Islandpferden aus! Nirgendwo sonst auf der Welt sieht man ja so viele niedliche Pferde am Straßenrand stehen, da wird es höchste Zeit, sich mal selbst in den Sattel zu setzen! Pünktlich um 9:30 Uhr kommen wir in den Stall, wo die beiden Reitermädels, natürlich beide aus Deutschland, schon die Pferde für unseren zweistündigen Ausritt gesattelt haben. Sonjas grauer Schimmel hat einen unaussprechlichen, isländischen Namen, mit Harpa (isländisch für Harfe) ist der Name meines weißen Schimmel da deutlich einfacher zu lernen. Angenehmer weise sind wir auch damit schon vollzählig und nach einer kurzen mini Einweisung geht es auch schon los. Behänd schwinge ich mich in den Sattel und gebe Harpa die Sporen, schnell lassen wir Husey und unsere Begleiterinnen hinter uns, der Wind weht gleichermaßen durch ihre wie meine blonde Mähne, die kühle Gischt spritzt unter ihren mächtigen Hufschlägen, ihre Nüstern blähen sich in der salzigen Meeresluft. Pfeilschnell gleiten wir über die unwegsame Dünenlandschaft, links und rechts stieben Schafe davon, Harpa stimmt wiehernd in mein lautes Lachen ein, Ross und Reiter in völligem Einklang, ein unbändiges Gefühl der Freiheit. So oder so ähnlich muss das ausgesehen haben. Als wir dann später doch wieder beisammen sind, fragen wir die Mädels natürlich etwas über Husey aus, wo es eben einen auffallend großen deutschen Einfluss gibt, der sich nicht zuletzt in all den deutschen Mitarbeiterinnen niederschlägt. Jenna, die ältere Reiterin, erzählt uns, dass der mittlerweile leider verstorbene alte Bauer eine österreichische Mutter hatte und selbst länger in Deutschland war. Und nicht nur das, er hat die Islandpferden für den Sommerblockbuster „Die Mädels vom Immenhof“ von 1955 gestellt und hat selbst eine Stuntrolle in dem Film! Wir sind natürlich völlig baff, das sind ja quasi Prominente! Und wir mitten drin! Je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr erinnern die beiden Reiterinnen auch an Dick und Dalli. Ich versuche vergeblich mich dagegen zu wehren und habe für einige Zeit das unsägliche „Va-Ti“ des in allen Belangen minderwertigen Abklatsches „Die Zwillinge vom Immenhof“ im Ohr. Der Ausritt ist aber wirklich wunderschön, wir lernen etwas über das Land, auf dem wir reiten, sehen viele Seehunde, die sehr nah an Land vor sich hin dümpeln, in den flachen Gewässern entgehen sie den jagenden Walen, und am Strand wird dann getöltet, jener berühmte „fünfte Gang“, den nur Islandpferde beherrschen. Es ist eine Art schneller Trab, bei dem aber stets ein Bein auf dem Boden ist, was das ganze zu einer erstaunlich bequemen Fortbewegung macht. Nach einer kurzen Pause geht Sonja dann noch mit Jenna galoppieren, ich bleibe galant zurück, Harpa ist zu sehr mit einem kleinen Snack beschäftigt. Auf dem Weg zurück wird noch etwas getöltet, bevor sich manche von uns dann im Stall zufrieden im Stroh wälzen und sich auf ein paar große Brocken trockenen Brotes hermachen. Ein wundervoller Vormittag!

Gleichzeitig ist dies auch leider der verfrühte Schlusspunkt unseres Aufenthaltes auf Husey. Auf Island muss man ständig das Wetter im Auge halten und während wir in den letzten beiden Wochen ja nun wirklich ausgesprochen gutes Wetter hatten, lässt die Insel zum Abschluss noch mal ihre Muskeln spielen. Ab Mittwoch wird mit einem Wintereinbruch gerechnet und bereits gestern haben alle Passagiere der Norröna eine E-Mail bekommen, in der die Fährgesellschaft anrät, sich bereits Dienstag Abend in Seydisfjödur einzufinden, um die Fähre am Mittwoch Abend zu erreichen. Seydisfjödur ist nur über eine Passstraße von Egilsstadir zu erreichen, die zwar gut ausgebaut ist, aber auch 600m übersteigt. Und bereits ab den frühesten Morgenstunden des Mittwochs ist mit Schneestürmen zu rechnen, was die Überfahrt schwierig und gefährlich macht. Wir sind darüber natürlich sehr unglücklich und haben die Entscheidung lange rausgezögert, aber auch die Einheimischen in Husey raten uns, lieber schon Dienstag Abend zu fahren. Und vor Islands Wetter sollte man ein gesundes Maß Demut an den Tag legen! Zu unserer Überraschung bekommen wir sogar noch ein Zimmer in einem Guesthouse in Seydisfjödur und brechen daher traurig um kurz nach Mittag auf. Den Pass überqueren wir gegen 15 Uhr, noch ist alles soweit ruhig. Aber da kommt besser noch ein riesen Unwetter, sonst werde ich aber fuchsig! Und so sitzen wir nun in unserer letzten Unterkunft auf Island, die eigentlich ganz nett ist, schade, dass wir sie unter diesen Umständen haben müssen. Wir haben uns von Husey noch einen geräucherten Lachs mitgebracht, der dort aus dem Lagarfljöt gezogen wurde und offensichtlich in einen aktiven Vulkan gehängt wurde, Junge junge, das ist mal Räucherfisch! Morgen Nachmittag werden wir dann durch die paar hiesigen Cafés streunen, nach anderen Passagieren Ausschau halten und hoffentlich einen Blizzard epischen Ausmaßes beobachten.

Tag 14: Über Hengifoss nach Husey

Nach einem stärkenden Frühstück geht es auf zu unserer letzten Etappe, wir werden zwei Nächte in Husey verbringen. Husey ist eine Jugendherberge, wo man allerdings auf Islandpferden reiten kann! Manche von uns reiten ja auch in Köln mehrmals wöchentlich, die anderen haben als Kind fast alle Folgen Bonanza gesehen, wir sollten also etwa gleich gut vorbereitet sein. Dazu kommt es aber erst morgen, heute mussten wir erstmal noch nach Norden fahren.

Zunächst geht es wieder an ein paar Fjorden lang, später biegt die Ringstraße dann landeinwärts Richtung Egilsstadir. Auf dem Weg dahin nehmen wir noch den schönen Hengifoss mit, den zweithöchsten Wasserfall Islands.

Man erreicht ihn über einen durchaus anstrengenden Anstieg, wird aber nicht betrogen, der Hengifoss kann schon was. Auf halber Strecke kommt man noch am Litlanesfoss vorbei, der von diesen schönen Basaltsäulen umgeben ist. So werden wir ein wenig ob des verpassten Svartifoss vertröstet.

In Egilsstadir decken wir uns noch mal mit Vorräten ein, da der Hof Husey ziemlich ab vom Schuss ist. Wir kommen um 17 Uhr an und sehen schon die Pferdchen vor dem Stall stehen! Das wird sehr aufregend morgen. Manche von uns sind schon leicht nervös, aber wir freuen uns beide drauf. Husey ist ein größerer Hof mit großem Stall, Haupthaus und einem Nebengebäude, wo die Jugendherberge untergebracht ist. Es ist ein lustiges, altes Hofhaus, etwas verwinkelt, aus einer Zeit, wo die Leute noch etwas kleiner waren. Das Haus erinnert uns an die Häuser unserer jeweiligen Omas. Unser Zimmer ist zum Glück knallpink, sonst wäre es ja irgendwie unpassend. Unserer Führerin durchs Gebäude, und morgige Reitbegleitung, kommt natürlich aus Deutschland, woher auch sonst. Es werden noch ein paar Leute erwartet, aber erstmal sind wir für uns. Wir nutzen die Gelegenheit um erstmal lecker Fisch zu braten, damit die anderen sich direkt zu Hause fühlen.

Tag 13: Die Ostfjorde

Die letzte Etappe der Reise wird uns in den entfernten Nordosten des Landes führen, wir müssen also noch die Ostseite Islands hochfahren. Insgesamt kann man sagen, dass dies noch mal die einsamste Küstenregion Islands ist, natürlich die entlegenen Westfjorde ausgenommen. Die Ringstraße führt hier weite Strecken an der herrlich rauen Küste entlang, so dass die Fahrt durchaus unterhaltsam ist. Gletscherzungen, Wasserfälle, Klippen, gibt es hier alles im Überfluss.

Wir haben uns für die Nacht in Breiddalsvik eine Unterkunft genommen, das offenbar weit und breit berühmte Hotel Blafell. Es ist wirklich ein sehr hübsches Hotel; Holzvertäfelung, ein sehr schönes Kaminzimmer, es gibt mal wieder ein richtiges kontinentale Frühstück, das erste und letzte dieser Reise! Wir kommen schon am frühen Nachmittag an und nehmen umgehend die kleine Sauna in Beschlag. Abends fahren wir ein paar Fjorde weiter in ein schmuckes, kleines Restaurant. Die kleine Craftbeer-Brauerei in Breiddalsvik hat Sonntags leider geschlossen, so weichen wir auf eine bequeme Couch ins besagte Kaminzimmer aus. Sicherlich insgesamt der entspannteste Tag der Urlaubs…

Tag 12: Ich kann Eisberge riechen

Heute verlassen wir Vestmannaeyjar wieder, und das durchaus schweren Herzens. Die kleine Insel hat sich direkt in unser Herz gemogelt, natürlich kräftig unterstützt durch den wunderbaren Puffintag.

Wieder auf dem Festland, wir landen so um 11:30, haben wir ein strammes Programm: wir müssen ins 350km entfernte Höfn, eine für Island und die einspurige Ringstraße durchaus große Entfernung! Und entlang dieser Route gibt es einige Dinge zu sehen. Zunächst halten wir kurz hinter dem Skógafoss, von dort kann man nämlich etwa 4km zu Fuß zum Strand gehen, wo in den 70ern eine amerikanische DC-3 notlanden musste, das Wrack liegt noch heute da. Es war mal ein Geheimtipp, aber die Zeiten sind lange vorbei. Ein großer Parkplatz ist schon ziemlich voll und man kann eine mehr oder weniger durchgehende Menschenkette zum Strand pilgern sehen. Seit wir in Landeyjahöfn angelegt haben ist es etwas am regnen, trotzdem machen auch wir uns auf zum Wrack. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir das Flugzeug. Es ist auch irgendwie beeindruckend, aber zum ersten Mal wird so ein Erlebnis durch die anderen Touristen wirklich ruiniert. Man stelle sich vor, ein altes Flugzeugwrack liegt an einem schwarzen Sandstrand. So eine alte DC-3 war letztlich ein unlackierte Aluröhre, ein toller Kontrast und ein natürliches Motiv für jeden, der schon mal ein Foto in seinem Leben gemacht hat. Das auch andere Leute da sind – geschenkt, das wusste man vorher, schließlich ist man selbst auch da und stört die anderen genauso wie man selbst gestört wird. Aber die dämlichen Idioten klettern in und auf das Wrack und zerstören so völlig die surreale Erscheinung. Ganz zu schweigen von der wortwörtlichen Zerstörung des Flugzeugs, zweimal bricht ein Teil des Cockpits weg, ein besonders ungeschickter Otto bricht mit seinem Fuß durch das Kabinendach. Die dämlichste Instagram-Tussi hängt 5 Minuten mit dem Bein in der Seite und muss von vier anderen Leuten daraus befreit werden. Mehrmals halte ich es nicht mehr aus und fordere die Leute auf, wenigstens mal kurz von dem Flugzeug zu gehen, damit ein paar von uns (wir sind nicht die einzigen, aber in der Minderheit) ein Foto von dem Flugzeug machen können, ohne das jemand grinsend eine Pose drauf macht. Keiner ist gekommen, um euch Volltrottel zu sehen! Nach etwa 20 Minuten brechen wir auf, das Wrack war für keine Sekunde unbestiegen. Dafür habe ich viele Fotos von irgendwelchen Flachpfeifen. Ich glaube aber, ich habe genügend Fotos, um da mit Photoshop nachhelfen zu können. Trotzdem war ich ziemlich sauer, alleine daran zu denken bringt mein Blut wieder zum Kochen. Diese Affen!

Als nächstes fahren wir ein paar Kilometer weiter zum berühmten schwarzen Strand von Vik. Es gibt eine Menge schwarzer Lavastrände in Island, aber dieser Abschnitt ist besonders schön, nicht zuletzt wegen seiner markanten Basaltsäulenklippe.

Zum Glück lässt der Regen wieder pünktlich für unseren Ausstieg nach. Natürlich ist es auch hier voll, aber wie schon gesagt, Leute an sich sind zu erwarten. Unter heftiger werdendem Regen fahren wir weiter, das nächste Ziel ist eine als Skaftafell bekannte Gegend direkt am Vatnajökull mit dem pittoresken Svartifoss, einem Wasserfall der über ebensolche Basaltsäulen fällt, wie man sie in Vik sehen konnte. Er ist allerdings nur als Teil einer Wanderung zu erreichen und mindestens 40 Minuten vom Parkplatz entfernt. Da wir Skaftafell erst um 17:30 erreichen, es weiterhin ordentlich regnet, selbst der Reiseführer angibt, die Gegend sei etwas überlaufen (ein Hinweis, der bei den anderen ziemlich gut besuchten Attraktionen fehlt) und wir noch einen weiteren wichtigen Punkt auf der Liste haben, müssen wir den Svartifoss leider links liegen lassen. Wir sehen ihn bei der nächsten Reise!

Der letzte Punkt des Tages entschädigt aber ohne jeden Zweifel, denn wir kommen noch an Jökulsarlon vorbei, der wunderbaren Gletscherlagune!

Einst reichte der Breidamerkurjökull-Gletscher noch bis zur Ringstraße, doch seit 80 Jahren zieht er sich immer weiter zurück und gibt die Lagune frei, wo nun herrliche, blaue Eisberge treiben. Ein tolles Naturschauspiel, wenn man mal von den beunruhigenden Ursachen absieht. Da es schon etwas später am Abend ist, hält sich der Besucheransturm auch relativ in Grenzen. Irgendwann treibt uns der Regen ins Auto, aber das war noch mal ein sehr schöner Stopp.

Tag 11: Die Suche nach den Puffins

Vestmannaeyjar ist, neben dem Ausbruch des Eldfell 1973 noch für etwas anderes berühmt, es ist der weltweit größte Nistplatz von Papageitauchern. Die niedlichen Vögel sind sowas wie das Aushängeschild von Island, und der Inselgruppe nochmal im Besonderen. Leider endet die Nistzeit Mitte August, so dass wir zwar keine großen Hoffnungen haben welche zu sehen, aber wenn dann hier! Normalerweise leben die Puffins nämlich auf dem Meer, aber im Sommer geht es zum Nisten an Land. Dann sind wohl tausende der Vögel an der Steilküste, das muss unheimlich niedlich sein. Die Elterntiere lassen die Jungtiere anscheinend zurück, damit diese selbstständig losfliegen. Dabei folgen sie instinktiv dem Mondlicht und fliegen aufs Meer hinaus. Wie so oft ist der Mensch dabei aber natürlich ein Problem, denn die kleinen Tollpatsche werden von den Lichtern der Hafenstadt Heimaey verwirrt und fliegen daher in den Ort! Für die Bewohner ist das eine Art Volksfest, wo die Kinder des Ortes lange aufbleiben dürfen und mit Pappkartons durch die Straßen ziehen, die kleinen Vögelchen aufsammeln und am nächsten Tag zur Küste bringen um sie dann in die richtige Richtung entflattern zu lassen. Geht es noch süßer? Die Südspitze von Heimaey ist der Puffin-Hotspot und daher selbstverständlich unser erster Anlaufpunkt. Wir umwandern den kleinen Felsen, sehen zwar ein paar Vögel und natürlich die allgegenwärtigen Schafe, aber leider keine Puffins.

Während wir mitten in der kleinen Wanderung sind, kommen zweieinhalb Reisebusse an und ergießen eine Flut von Tagestouristen auf den Gipfel. Ist man denn nirgends vor denen sicher? Wir steigen schnell ins Auto und fahren ein paar hundert Meter weiter zu einem hübschen schwarzen Strand.

Da kommen die Busse schon wieder an uns vorbei, lange können die sich nicht aufgehalten haben! Vermutlich werden die also den ganzen Tag die selben Sachen machen wie wir. Noch in Sichtweite halten die schon wieder an und die Gruppe begeht einen anderen Strandabschnitt. Ob die Guides wissen, wo es noch Puffins zu sehen gibt? Vermutlich geht es aber nur um interessante Felsformationen. Wir haben kein Interesse uns zu den Massen zu begeben und fahren lieber nach Eldheimar, einem Museum über den Vulkanausbruch. Das entpuppt sich aber nur als Halle mit einer Ruine drin und ist uns die 20€ Eintritt nicht wert. Wir gehen direkt zum nächsten Tagesordnungspunkt über, einer Wanderung entlang des neuen Lavagesteins. Wir beginnen in Skansinn, Standort eines alten Forts und des ersten Pools auf Heimaey, und kommen am Ende wieder bei Eldheimar raus. Die Insel ist wirklich zauberhaft und das Wetter ist wiedermal erstklassig! Nach einem stärkenden Schokokuchen im Gott versuchen wir unser Glück noch beim zweiten Puffin-Hotspot, einer Bucht an der Nordwestküste, hinter dem hiesigen Golfclub. Wir haben beide nichts für Golf übrig, aber dieser Platz ist wirklich schön. Er sieht nicht besonders anspruchsvoll aus, das können wir als Laien ja 1A beurteilen, liegt aber sehr schön zwischen Meer und Klippen. Der Wanderweg führt quasi mitten durch und zu unserer großen Überraschung, bekommen wir keinen Golfball an den Kopf! Dafür machen uns ein paar Golfer auf eine schöne Bucht hinter einem Abschlag aufmerksam. Wir sind kurzzeitig hoffnungsvoll, aber sehen natürlich keine Puffins. Wir sind einfach zu spät. Neben dem Golfplatz befindet sich noch eine Replik der Hütte des ersten Siedlers und ein recht eigenartiges Gebäude, das sich nach eingehender Analyse als Freilichtbühne entpuppt. Glauben wir. Nun ist nur noch ein Punkt auf der Liste übrig, wir wollen nochmal zu dem Strandabschnitt, wo morgens die Reisebusse waren. Die Felsen dort sind wirklich recht hübsch und geben noch eine nette Fotokulisse ab. Als wir gerade einsteigen kommt ein Kombi auf den Parkplatz gefahren und eine junge Frau mit ihrer kleinen Nichte steigen aus, die sogleich einen Pappkarton aus dem Kofferraum holt. Na, klingelt‘s? Wir sind nämlich plötzlich ganz aufgeregt und fragen die zwei, was sie da haben. Das Mädchen hat auf einmal einen kleinen Puffin in der Hand!

Mit geschmolzenen Herzen gehen wir rüber und streicheln das flauschige Vögelchen, so goldig! Die Tante sagt, sie ließen es nun fliegen, würden uns zeigen wie man es macht und dann könnten wir es auch – die beiden haben nämlich 7 kleine Puffins im Kofferraum! Wir könnten heulen vor Glück, wie auch die amerikanische Zweiergruppe (Mutter und Sohn, so glauben wir) die mittlerweile noch dazugestoßen ist uns ebenfalls in den Genuss kommt. Was für liebenswerte Menschen! Jeder bekommt einen kleinen Puffin (ein Vögelchen entkommt unters Auto, wird aber später mit vereinten Kräften wieder eingefangen) und wir lassen sie fliegen, die müssen nämlich von einer erhöhten Klippe geworfen werden (nicht wie ein Schlagball, wie eine Taube!) Ein wunderbarer Moment! Wir hatten die Hoffnung natürlich längst aufgegeben. Die Isländerin berichtet, dass für die kleinen Puffins gerade tatsächlich Hochsaison ist. Wir sollen heute Nacht mal die Augen offen halten. Derart beseelt fahren wir noch einmal zu dem Vogelfelsen zurück, man soll nämlich doch noch ein paar Vögel zu Gesicht bekommen können. Mittlerweile haben wir auch eine Vogelbeobachtungshütte entdeckt, die an den Steilhang neben die Brutplätze gebaut ist. Wir fahren hin und lassen dieses Mal den Blick mehr auf das Meer schweifen und tatsächlich, da schwimmen zwei Puffins! Wir sind sehr weit weg und selbst im Fernglas sind sie klein, aber wir haben sie gesehen, wir haben wirklich welche gesehen! Und gehalten! Und fliegen gelassen! Was für ein Tag.